Zuschrift vom 19.12.2005

Nun schreibt Ihnen kein Theaterkritiker, sondern eine unbedarfte Zuschauerin.
Freitag abend wurde im Alten Schlachthaus "Josef und Maria" gespielt, und am Samstag abend konnte man dies Stück auf 3sat sehen.
So wollte ich mir mal den Unterschied zwischen einem Amateurtheater und einer Profi-Aufführung ansehen.
Der Vergleich fiel eindeutig zu Ihren Gunsten aus. Das Spiel war einfühlsamer, feiner. 
Schon zu Beginn: Maria kommt vom Einkauf. Ehe sie sich umzieht, die Tasche abgestellt hat, nimmt sie noch einmal liebkosend das teure Parfüm für die ungeliebte Tochter in die Hand.
Josef, der überzeugte Anti-Alkoholiker trinkt schließlich doch etwas. Man sieht seinen Ekel und Abscheu gut dargestellt.


Er ist ein Mensch mit Grundsätzen: das Falten seiner Kleidung, das Umhängen seiner Diensttasche zum Lichtregulieren zeugen davon. Nicht zuletzt seine unerschütterliche Treue zu seiner Partei.
Der ganze Ablauf der Handlung war stimmiger. Schon das Bühnenbild wies eindeutig auf ein Kaufhaus hin mit Preisschildern an den Verkaufsstücken. (Im Gegensatz zu einer x-beliebigen Abstellkammer.) Die Schlafcouch gehörte von Anfang an dazu, mit allen ihren Funktionen als Sitzmöbel, als 2Kiste" und schließlich als Gelegenheit zum Näherkommen. 
Schade, dass man nicht Ihre Aufführung im Theater im Essener Rathaus gezeigt hat!
Danke!
Es grüßt Sie und Ihre Mannschaft unbekannterweise
                                                                                                                        Helga Jacobs 

johanna klein lazy pl mini